Mein 8. Bucket List Jahr – Ein Jahr ohne Häkchen, aber nicht ohne Bedeutung
2025 begann nicht leise. Im Januar kam mein zweites Kind zur Welt und mit ihm ein Jahr, das vieles verändert hat. Vor diesem Jahresrückblick hat es mir lange gegraut. Entsprechend lange habe ich ihn hinausgezögert. Auf den ersten Blick fühlte sich 2025 im Hinblick auf meine Bucket List wie ein Scheitern an: kein einziges Häkchen, kein großes Erlebnis, kein klassischer Erfolg.
Und doch steckt in diesem Jahr mehr, als diese kurze Bilanz vermuten lässt.
- Schlafmangel, Nähe und Dauerzustand
- Kein Raum für klassische Me-Time
- Keine Bucket-List-Häkchen, aber dennoch auf Reisen
- Kleine Ausflüge, neue Bedeutung
- Meine Bucket List ist leiser geworden
- Zweifel am Blog
- Warum es den Blog trotzdem noch gibt
- Blog Performance 2025
- Mein Rückblick auf meine eigenen 2025-Ziele
Schlafmangel, Nähe und Dauerzustand
Schon Kind Nr. 1 stellte mein Leben gehörig auf den Kopf (nachzulesen hier: Bucket List adé? – So hat sich mein Leben mit Kind verändert). Ein zweites Kind hat dem Ganzen noch einmal eins draufgesetzt.
Plötzlich galt es nämlich, die Bedürfnisse von gleich zwei kleinen Kindern zu managen. Der erste Abend, an dem gleich zwei weinende Kinder sich nur von Mama, aber nicht gleichzeitig beruhigen lassen wollten, war hart.
Was noch härter war, war der permanente Schlafmangel, der auch heute – 11 Monate später – noch allgegenwärtig ist. Im Gegensatz zu Sohn Nr. 1, der irgendwann nur noch 2–3 Mal in der Nacht wach wurde, schläft sein kleiner Bruder auch mit fast einem Jahr selten länger als 1 Stunde am Stück.

Der Schlafmangel fühlt(e) sich manchmal wie Folter an. Gleichzeitig gibt es für mich nichts Schöneres, als mein Baby nachts im Arm zu halten. Oft sogar noch ein Kleinkind im anderen Arm.
Mit zwei Kindern ließ sich Schlaf tagsüber kaum nachholen. Ich merkte deutlich, wie mein Kopf darunter litt: Ich war schneller gereizt, weniger belastbar, weniger klar.
Kein Raum für klassische Me-Time
So wenig Zeit für mich wie 2025 hatte ich vermutlich noch nie. Mein Alltag bestand aus Kindern, Arbeit und dem Versuch, zwischendurch Energie zu behalten. Selbst Dinge, die mir eigentlich guttun, wurden zur logistischen Herausforderung. Eine Thaimassage endete im Drama, weil der Babyjunge ohne Mama so gar nicht einverstanden war und ich den Rückweg nach Hause hetzen musste. Echte Entspannung sieht anders aus.
Mein nächster Versuch, zu entspannen, sollte im neu eröffneten Head-Spa sein. Leider hatte ich etwas zu lange gewartet. Als ich einen Termin buchen wollte, hatte der Laden doch überraschenderweise schon wieder geschlossen.
Die einzige Zeit, die ich mir wirklich nehme, ist einmal (in guten Wochen sogar zweimal) in der Woche ein Gym-Besuch. In den vergangenen Wochen besuchten Babyjunge und ich auch einen Postnatal-Yogakurs, der, sagen wir mal, mit meinem kleinen Anhang so semi-entspannend war.
Keine Bucket-List-Häkchen, aber dennoch auf Reisen
2025 war ein Jahr ohne ein einziges neues Häkchen. Kein großes Ziel, kein „Das wollte ich schon immer mal machen“.
Unser Urlaub führte uns in den Center Parc Port Zélande – erholsam, praktisch, aber kein klassisches Bucket-List-Reiseziel. Und trotzdem war es genau der Urlaub, den wir brauchten.



Ich wollte nicht jeden Tag neu entscheiden müssen, was wir unternehmen. Nicht planen, nicht optimieren, nicht abwägen. Alles an einem Ort zu haben, fühlte sich wie Luxus an. Der Park war ideal für Kinder, gut mit dem Auto erreichbar und bot auch bei schlechtem Wetter genug Möglichkeiten. Eine Rundreise hätte uns nur zusätzlichen Stress beschert und davon hatten wir im Alltag bereits genug.
Gleichzeitig war mir wichtig, trotzdem herauszukommen. Wir haben schöne Ausflüge gemacht, unter anderem zu den Deltawerken oder nach Renesse. Kleine Trips, ohne Zeitdruck, ohne Anspruch, alles gesehen haben zu müssen. Urlaub war 2025 kein Abenteuer, sondern Familienleben an einem anderen Ort.
Unser zweiter Urlaub zu viert führte uns auf eine Gemeindefreizeit im Sauerland. Nicht spektakulär und mit zwei Dutzend anderen Kindern noch viel wuseliger als mit unseren zwei. Junior hat es aber gefallen und hat für uns die langen Sommerferien etwas entzerrt. Ein Abstecher zur Burg Altena sowie zum Sorpesee hat das Ganze etwas abgerundet. Somit hat es sich doch ein wenig so angefühlt, als ob wir etwas von der großen, weiten Welt gesehen hätten.
Alles in allem lagen Wollen und Können dieses Jahr oft weit auseinander. Und das war okay.
Kleine Ausflüge, neue Bedeutung
Neben dem Urlaub waren es vor allem kleine Ausflüge, die 2025 geprägt haben. Einer davon war der Bergerhof – ein Tipp meiner Hebamme. Kein großes Ziel, kein besonderer Plan. Und vielleicht gerade deshalb so gut. Es fühlte sich ein wenig an wie Urlaub in der Eifel, nur eben ganz nah. Ich war ehrlich überrascht, wie schön es hier ist. Elfringhauser Schweiz – quasi vor der Haustür. Solche Ausflüge hätten früher wahrscheinlich keinen Platz auf meiner Bucket List gefunden. Heute zählen sie.
Meine Bucket List ist leiser geworden
Diese kleinen Erlebnisse stehen sinnbildlich für meine Bucket List im Jahr 2025. Es gab keine neuen Häkchen, zumindest keine klassischen. Stattdessen viele Momente, die sich richtig angefühlt haben, auch wenn sie nicht spektakulär waren.
Meine Bucket List ist leiser geworden. Weniger ambitioniert, weniger sichtbar, weniger nach außen gerichtet. Aber sie ist nicht kleiner. Sie hat nur ihre Form verändert. Weg von großen Abenteuern, hin zu Erlebnissen, die in meinen Alltag passen. Die mich nicht zusätzlich fordern, sondern in die jetzige Lebensphase passen.
Was mich aktuell so beschäftigt, zeigen Off-Topic Blogbeiträge wie meine Rezension zum Buch „Die Wut, die bleibt„.
Zumindest in der Theorie habe ich aber schon ganz viele neue Bucket List Ideen gesammelt. Falls du auch noch auf der Suche bist nach Inspiration für deine Bucket List und nicht davor zurückschreckst, auch mal offline zu schauen, findest du hier meine Empfehlungen zu Bucket List Büchern.
Zweifel am Blog
Immer öfter habe ich mich 2025 gefragt, wofür ich diesen Blog eigentlich noch schreibe. Meine Zeit ist knapper geworden. Ich habe noch diverse Erlebnisse in petto, die ich noch gar nicht verbloggt habe. Gleichzeitig frage ich mich, ob meine aktuellen Erlebnisse überhaupt spannend genug sind.
Hinzu kommt: Einnahmen sind weggebrochen, und das nicht nur, weil ich mich dazu entschieden habe, den Blog wieder frei von Werbeanzeigen zu halten. Anfragen für Kooperationen sind selten geworden und VG-Wort sowie Affiliate-Einnahmen sind bei gleichbleibenden Besucherzahlen im Sinkflug.
Da ich auch hauptberuflich im Online-Marketing unterwegs bin, bekomme ich die Auswirkungen von ChatGPT und Co. hautnah mit. Es sind jetzt schon weniger Suchende, die über die klassische Google-Suche starten und dann letztlich auf Blogs wie meinem landen. Wer heutzutage einen perfekten Tag in New York planen will, konsultiert dazu immer öfter „Chattie“, wie ChatGPT liebevoll genannt wird.
Warum es den Blog trotzdem noch gibt
Trotz all dieser Zweifel mache ich weiter – zumindest vorerst. Denn dieser Blog ist für mich immer noch ein Tagebuch. Eine Dokumentation meiner Bucket List. Wenn ich mich durch die über 100 Beiträge durchklicke, werden unzählige Erinnerungen aus den vergangenen acht Jahren wach. Meine digitale Bucket List ist dabei nicht nur Rückblick, sondern auch eine Art Reminder. Manchmal sanft, manchmal eher ein kleiner Arschtritt: das Leben nicht komplett im Autopilot vorbeiziehen zu lassen.
Diesem Blog habe ich es zu verdanken, dass ich spannende Menschen kennengelernt habe, drei Bücher schreiben und Interviews in Zeitschriften und im Radio geben durfte. Da sind dann auch noch die E-Mails von Lesern und Leserinnen, die ich inspirieren durfte, etwas auszuprobieren. Diese Rückmeldungen bedeuten mir mehr, als es jede Zahl je könnte. Sie motivieren mich, mir diesen Raum immer wieder freizukämpfen.
Und dann gibt es da noch etwas, das sich schwer messen lässt, eine Stärke gegenüber KI-generierten Antworten, die Chattie mir nicht so leicht nehmen kann: persönliche Erfahrungen, Zweifel und Meinungen.
Diese kann Ki zwar wunderbar aggregieren, zusammenfassen und neu formulieren, aber es fehlt die Persönlichkeit. Was wäre ein Bericht über den Mammutmarsch ohne die verschiedenen Emotionen? Was ich hier teile, ist nicht nur Information, sondern Einordnung. Wie sich etwas angefühlt hat. Warum ich mich so und nicht anders entschieden habe. Und warum ich manches heute anders sehen würde als noch vor ein paar Jahren.
Solange mir die Zahlen zeigen, dass meine Blogbeiträge gelesen werden (auch wenn es weniger Menschen sind als zu den Hochzeiten), mache ich weiter.
Blog Performance 2025
Die Zahlen für 2025 sind schnell zusammengefasst: Es gab deutlich weniger neue Blogbeiträge als in den Jahren zuvor. Ein ähnliches Bild gab es bereits 2022, kurz nachdem ich zum ersten Mal Mutter wurde. Auch damals erschienen lediglich neun neue Beiträge.
Das wirkt sich teilweise auch auf die Besucherzahlen aus. Im Großen und Ganzen scheint Google meine Inhalte aber noch zu mögen. Vielleicht spielt auch mit rein, dass ich entschieden habe, mich von Ezoic – sprich Werbeeinblendungen in den Beiträgen – zu trennen.
Pinterest läuft stabil, allerdings auf einem überschaubaren Niveau. Ohne regelmäßige Aktivität gibt es weder starke Ausschläge nach oben noch große Einbrüche.

Mein Rückblick auf meine eigenen 2025-Ziele
- Wieder fit werden ✓: Ich würde sagen: Ziel erreicht. Zwischen meiner jetzigen Form und meiner Bestform liegen zwar Welten, aber ich bin am Ball geblieben. Nach der Rückbildung war ich mindestens einmal in der Woche (manchmal auch zweimal) im Fitnessstudio. Endes des Jahres waren Baby und ich dann auch noch beim Postpartum-Yoga und das ganz mit dezentem Schlafmangel.
- Kleine Auszeiten für mich x: Eher nein. Die Thaimassage war, wie bereits berichtet, ein Flop und auch sonst habe ich es an manchen Tagen kaum geschafft, mal in Ruhe einen Tee zu trinken. Es war entweder Arbeiten oder Kinder angesagt.
- Ein neues Reiseziel außerhalb Deutschlands entdecken ✓: Ich weiß gar nicht mehr, ob ich damit meinte, ein bisland unbekanntes Land zu bereisen. In dem Fall müsste ich sagen: Ziel nicht erreicht. Allerdings war ich dieses Jahr zum ersten Mal in der Provinz Zeeland.
- Eine Weiterbildung machen ✓: Definitiv Ja. 2025 habe ich viel über Prompt Engineering gelernt und schließe aktuell eine Weiterbildung zu KI-Assistenten ab.
- Beim Bloggen am Ball bleiben ✓: „Ich nehme mir aber vor, dranzubleiben und diesen Blog nicht einschlafen zu lassen.“ – Genau das habe ich erreicht.
Hier kannst du meine Jahresrückblicke der vergangenen Jahre nachlesen:

Denise Ni
Bucket Listerin, Online-Marketing-Enthusiastin und Neu-Mama
Seit 2017 ist Denise begeisterte Bucketlisterin. Auf ihrem Blog berichtet sie in über 130 Beiträgen von ihren eigenen Erlebnissen. Überdies unterstützt sie ihre Leserschaft dabei, eine eigene Bucket List zu erstellen, Bucket List Ideen zu finden und die eigenen Ziele zu erreichen.
Ihre Begeisterung für das Thema spiegelt sich auch in ihren drei Büchern wider, die sie zusammen mit dem Remote Verlag veröffentlichte. Als Bucket List-Expertin war sie bereits zu Gast im SWR 2 Radio und weiteren Print- und Onlinemedien (Über Mich).









