Voll auf Entzug: 40 Tage ohne Zucker

Voll auf Entzug: 40 Tage ohne Zucker

Voll auf Entzug: 40 Tage ohne Zucker

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal geschafft in der Fastenzeit und darüberhinaus auf Zucker zu verzichten und meine Ernährung nachhaltig zu ändern. Mit einem Ergebnis, dass ich so nicht für möglich gehalten hätte: Ich fühle mich viel fitter und gesünder, habe wesentlich mehr Energie und kann an einem Eiswagen vorbeikommen ohne einen inneren Kampf auszutragen, ob ich mir nicht doch ein Eis gönnen sollte.

In diesem Beitrag habe ich meine Erfahrungen zu 40 Tagen Zuckerverzicht zusammengefasst. Lektüre und Infos zur Wirkung von Zucker, zuckerfreier Ernährung und Rezepte findet ihr in meinen Literaturempfehlungen.

Entzugserscheinungen

Das Verlangen nach Zucker ist eine Sucht. Anders ist es nicht so erklären, dass wir die Lust nach Süßen wie einen regelrechten Drang verspüren. Als bei mir die „Droge“ Zucker von einem auf den anderen Tag weggefallen ist, habe ich mich rund eine Woche richtig unwohl gefühlt. Ich war es gewohnt im Büro meinen Kakao zu trinken und meine Duplos zu essen und zu Hause damit weiterzumachen. Neben dem Heißhunger auf Schokolade, kamen leichte Kopfschmerzen und eine deutliche Gereiztheit dazu. Ich hatte das Gefühl ein Brett vorm Kopf zu haben und mich auf nichts mehr konzentrieren zu können. Erschreckend welche körperliche Abhängigkeit zu Zucker besteht.

Eingeschränkte Lebensmittel-Auswahl

Den ersten großen Schock habe ich bekommen, als mir bewusst wurde, wo überall Zucker drin ist. Von wegen nur auf Süßigkeiten verzichten. Neben richtig Zucker-verseuchten Lebensmitteln wie Milchschnitten (ca. 29% Zucker), findet sich auch Zucker auch in Konservendosen, Krautsalat, Tütensuppen und selbst Naturjoghurt. Mein erster zuckerloser Einkauf hat dementsprechend lange gedauert. Mittlerweile weiß ich allerdings welche Produkte tabu sind und habe alle Bezeichnungen für Zucker wie Dextrose und Saccharose parat.

Auf zu neuen kulinarischen Horizonten

Der hohe Zuckergehalt in Fertiggerichten hat mich zwangsweise dazu gebracht mehr selber zu kochen. Ich habe aber auch ganz neue Lebensmittel kennengelernt. Z.B. Kokosöl, Ahornsirup und Mandelmilch, um mal ein paar zu nennen. Geholfen haben mir die Rezepte in den Büchern und Blogs, die ihr in meinen Literaturempfehlungen findet.

Der Geschmackssinn ändert sich

Um Genuss zu erleben, muss der Zwang gebrochen werden.“ (Hans Ulrich Grimm)

Seitdem ich so gut wie keinen Zucker mehr esse, schmeckt mir Vieles einfach  zu süß. Damit meine ich nicht nur Süßes wie Gummibärchen, Kuchen und Co.  Mittlerweile schmeckt eine reife Mango abartig süß, ein Stück Weißbrot kommt mir wie Kuchen vor und 99% Schokolade (mit Kokosblütenzucker) schmeckt mir auf einmal.

Unverständnis und vor allem Unwissen der Mitmenschen

„Fehlt deinem Körper nicht was, wenn du auf Zucker verzichtest“. Diese Frage wurde mir an einem Tag direkt zweimal gestellt. Nein… meinem Körper fehlt nichts. Im Gegenteil: Der Körper kann Zucker aus fast jeder Nahrungsquelle herstellen. Der Körper kennt aber keinen puren Zucker. Industriezucker in seiner heutigen Form ist ein menschliches Produkt, das vor rund 150 Jahren gar nicht auf unserem Speiseplan stand.

Von Anderen wurde mir Süßstoffe empfohlen oder aber „natürliche Süße“ in Form von Fructose empfohlen. Ebenfalls ohne Wissen über die  Auswirkungen auf den Körper. Die Richtigstellung dieser „Ratschläge“ würde an dieser Stelle zu viel Raum einnehmen. Daher stelle ich in meinen Literaturempfehlungen einige Quellen zum Zuckerverzicht vor.

Und auf einmal habe ich vielmehr Energie

Ich muss Zugeben die erste Woche war hart. Aber für das was dann passiert ist, hat es sich absolut gelohnt. Ich hatte auf einmal viel mehr Energie. Das Mittagstief war weg und noch erstaunlicher: Ich schlafe wie ein Baby und bin morgens schon vor dem Wecker wach.

Bucketlist-Fazit

In allererster Linie ging es mir darum, es endlich mal zu schaffen auf Zucker verzichten zu können. Eigentlich erschreckend, dass mir dies in den 10 Jahren davor nie gelungen ist.

Heute weiß ich, dass ich das Ganze völlig falsch angegangen bin. Statt mir einen Ausrutscher zu verzeihen, habe ich bei dem ersten Stück frustriert das Projekt als gescheitert erklärt. Dabei sieht sogar die christliche Fastenzeit am Sonntag einen „Cheat-Day „vor. Zweiter schwerer Fehler war, dass ich nie richtig über Zucker informiert habe.

Das  sich mein Energielevel und meine Stimmung durch den Zuckerverzicht so sehr ins Positive verändert, hätte ich aber nie für möglich gehalten. Energie, die ich jetzt voll und ganz für meine Projekte nutzen kann.

Nachtrag:
Auf Fineskill ist aktuell eine Blogparade zum Thema Ernährung, in die ich mich mit meinem Beitrag noch einreihen durfte. Hier findet ihr weitere spannende Erfahrungsberichte zum Intervallfasten, Trennkost oder Laktoseintoleranz.

Literatur zur Zuckerfreien Ernährung:

Ausführliche Info zu den Büchern findet ihr hier

Zuckerfrei: Die 40 Tage-Challenge (GU Diät&Gesundheit) (Hannah Frey)

 

 

 

 

Goodbye Zucker: Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen – Mit 108 Rezepten (Sarah Wilson)

 

 

 

 

Garantiert gesundheitsgefährdend: Wie uns die Zucker-Mafia krank macht (Hans Ulrich Grimm)

 

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Voll auf Entzug: 40 Tage ohne Zucker

  1. Ich persönlich mache bereits seit über einem halben Jahr Intervallfasten und möchte das für den Rest meines Lebens beibehalten! Es regt einfach alles an: mehr Energie, viel Motivation und Lebensfreude!
    Mir fällt es auch sehr schwer, auf Süßigkeiten zu verzichten. Allerdings habe ich den Vorteil, dass mein Freund täglich frisch kocht, somit konsumiere ich zumindest unterbewusst nicht ganz so viel Zucker.
    Finde deinem Erfahungsbericht sehr spanenden! Evtl. magst Du ihn ja bei unserer Blogparade verlinken? https://fineskill.wordpress.com/2018/07/24/blogparade-welcome-to-our-dinner/

    1. Gerne, ich schau gleich mal vorbei 🙂 Von Intervallfasten habe ich schon gehört, aber kann mir noch nicht viel drunter vorstellen. Der Zuckerverzicht tut mir sehr gut. Leider ist man aber auch schnell wieder in der Sucht drin, wenn man mal ein paar mehr Ausnahmen hintereinander machen 🙁

      LG Denise

  2. Ich habe ähnliches erlebt, als ich die Atkins Diät gemacht habe – während 2 Jahren machte ich die. Wie du das beschreibst, fühlte ich mich viel fitter schon am Morgen. Aber es gibt viel Unwissen in der Bevölkerung. Das war anstrengend.

    1. Es ist anstrengend, aber letztendlich will ich ja niemanden missionieren. Okay, ein paar Leute, die mir am Herzen liegen vielleicht schon 😀 Freut mich,dass du auch eine Ernährungsweise gefunden hast die dir und deinem Körper gut tut. Mittlweile esse ich leider wieder etwas öfter Zucker. Aber bei weitem nicht so viel wie früher.

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