30 Tage keine Lebensmittel wegwerfen Challenge

30 Tage Challenge: Keine Lebensmittel wegwerfen

30 Tage sind ein überschaubarer Zeitraum. Der ideale Zeitraum, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. In meiner ersten 30-Tage Challenge habe ich versucht, keine Lebensmittel mehr wegzuwerfen. Erfahrt hier, wie es mir dabei ergangen ist.

Mein Vorsatz für 2018: Keine Lebensmittel mehr wegschmeißen

Zugegebenermaßen gehör(t)e ich zu den Menschen, die Lebensmittel, die knapp über dem Verfallsdatum sind, wegschmeißen und ohne Plan und Konzept einkaufen gehen und dabei viel zu viel (vorwiegend Obst und Gemüse) einkaufen.

Oder aber ich benötige nur 100ml Sahne und stelle die restlichen 100ml in den Kühlschrank in der Hoffnung, dass sie verschwinden. Wenn ich dann in unregelmäßigen Abständen den Kühlschrank ausmiste, überkommt mich das schlechte Gewissen und die traurige Erkenntnis, Geld zum Fenster rausgeworfen zu haben. Deswegen habe ich die Challenge 30 Tage keine Lebensmittel wegzuwerfen, mit auf meine Bucket List gepackt.

Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland

Aktionen wie Foodsharing und immer mal wieder Zahlen wie viele Lebensmittel weggeworfen werden, habe ich immer mal wieder mitbekommen, aber die Relevanz ist nicht wirklich zu mir durchgedrungen. Beim Rum scrollen auf Facebook, bin ich dann aber doch erneut auf einen Beitrag gestoßen, der mich zum Nachdenken angeregt hat. Hier heißt es u.a.:

  • Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet auf dem Abfall
  • 4 Millionen Schweinen, 45 Millionen Hühner und 230.000 Rinder landen in Deutschland ungegessen im Müll!
  • Für die Erzeugung, die Verarbeitung und den Transport von Lebensmittel werden Rohstoffe verbraucht, womit durch den produzierten Abfall die Umwelt unnötig belastet wird

Ein weiterer Grund für meine Motivation ist es natürlich Geld zu sparen 🙂

1. Schritt Inventur: Kühlschrank und Vorratsschrank ausmisten

Bevor ich enthusiastisch beginne, der Lebensmittelverschwendung in meiner kleinen Welt den Gar auszumachen, blicke ich der traurigen Realität erneut ins Auge und schmeiße alle Lebensmittel weg, die beim besten Willen nicht mehr zu verwenden sind. Gerade nach 3 Tagen Heimaturlaub über Weihnachten hat sich einiges angesammelt, aber auch seit 3 Jahren abgelaufene Kekse, die anscheinend zwei Umzüge überstanden haben, kommen zutage. Allein diese Menge zeigt mir noch mal, dass ich da ab sofort etwas ändern möchte.

30 Tage Challenge: Keine Lebensmittel mehr wegschmeißen

Natürlich möchte ich nicht nur 30 Tage was an meinem Verhalten ändern, sondern dauerhaft etwas ändern. Aber die nächsten 30 Tage heißt es: nichts wegwerfen und im Restaurant nichts liegen lassen.

Meine Tipps, um weniger Lebensmittel zu verschwenden:

1. Einen Überblick verschaffen und kurz-vor-knapp Kandidaten sichtbar platzieren

Ich habe festgestellt, dass ich insbesondere die Dinge weggeschmissen habe, die ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte oder in zu großen Mengen eingekauft habe. Daher habe ich alles zusammengesucht, was bald schlecht werden könnte oder ich endlich mal verbrauchen sollte:

2. Einkaufen mit Einkaufsliste

Ab jetzt nur noch konsequent mit Liste einkaufen und vorher abchecken, was davon als Vorräte da ist. So werden weniger doppelte Lebensmittel gekauft oder vermeintliche Schnäppchen, die aber nie aufgebraucht werden.

3. Lebensmittelverschwendung beim Essengehen vermeiden

Beim Essen gehen ist es dann doch etwas schwieriger. Für mich sind die Portionen meistens zu groß, sodass ich meist nur 2/3 meines Tellers schaffe. Entweder man geht also mit Leuten essen, die einem helfen den Teller leerzuessen, bestellt eine Portion für den kleinen Hunger oder lässt sich den Rest einpacken.

4. Resteverwertung

Beim Schreiben meiner Einkaufslisten schaue ich ab nun immer erst, was noch da ist und bald wegmuss (z.B. eine angebrochene Tube Tomatenmark) und schaue, was sich aus diesen Zutaten kochen lässt.

5. Sonderangebote ignorieren

Meine Schwäche ist Tee! Obwohl ich in 90 % der Fälle entweder grünen oder schwarzen Tee trinke, habe ich allein eine ganze Kiste mit Teesorten auf den Küchenschränken stehen, weil ich magisch davon angezogen werde, wenn es Messmer oder Teekanne im Angebot gibt. Das Beispiel ist vielleicht nicht das Beste, weil Tee nicht wirklich schlecht wird und ich (zumindest in meiner Erinnerung) auch noch nie Tee weggeschmissen haben, aber dafür kaufe ich oftmals große Menge an Obst und Gemüse, die nicht in 3 Tagen aufzubrauchen sind, günstiges Olivenöl, obwohl ich noch zwei Flaschen zu Hause habe.

6. Lebensmittel länger haltbar machen

= Einfrieren. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, vieles einzufrieren. Z.B. geschnittene Zwiebeln, Zitronensaft oder übrig gebliebene Gemüsebrühe. So habe ich nicht den „Zwang“ die Lebensmittel noch zeitnah zu verbrauchen.

7. Foodsharing

Praktischerweise gibt es an meiner Joggingstrecke einen Foodsharing Kühlschrank. Hier habe ich z. B. Süßigkeiten hingebracht, die so gar nicht mein Geschmack (und der meiner Gäste) sind, oder Salat, den ich nicht mehr verzerrt bekommen hätte.

8. Augen zu beim Mindesthaltbarkeitsdatum

Manchmal sollte man hier eher auf seine 5 Sinne vertrauen als auf das aufgedruckte Datum.

Fazit Bucket List Ziel: Lebensmittelverschwendung stoppen

Erstaunlicherweise ist mir dieses Challenge nicht gerade schwergefallen. Die wohl beste Maßnahme war einfach mit Liste einkaufen, zu gehen und dann auch wirklich nur das zu kaufen, was aus der Liste steht. Ich war auch wesentlich schneller aus dem Supermarkt wieder draußen, weil ich nicht noch durch die Regale geschlendert bin und bei den Angeboten geschaut habe.

Etwas Überwindung hat es teilweise schon gekostet, wenn einige Lebensmittel bereits ein paar Tage abgelaufen waren und ich mir immer eingebildet habe, dass der Joghurt mit Ablaufdatum vorgestern komisch schmeckt. Einmal war ich auch gezwungen Frikadellen zu Frühstücken, weil ich spontan die nächsten zwei Tage unterwegs war. Aber auch das habe ich überlebt.

Mein Vorratsschrank hat sich auf jeden Fall merklich geleert. So ganz ohne wegschmeißen, so ehrlich bin ich dann doch, ging es dann nicht. Mit einem Paket frischer Hefe hatte ich zu lange gewartet und einige Scheiben Käse waren wirklich nicht mehr gut. Aber ich habe in diesen 30 Tagen rund 20 € weniger im Monat für Lebensmittel ausgeben, gleichzeitig aber öfter zu Bio-Produkten zugegriffen und gemerkt, dass mir der verantwortungsbewusstere Umgang mit Lebensmittel in gewisser Hinsicht zur Gewohnheit geworden ist.

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