Norwegen Bucketlist

Unglaubliche Orte in Fjordnorwegen, die dich zum Staunen bringen

Der Herbst steht in seiner vollen Pracht und macht neben tollen Outdoor- Herbst-Aktivitäten auch Lust, wieder mehr Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Bei einer warmen Tasse Tee nutze ich die Zeit, um meinen Sommer Revue passieren zu lassen und Fotos zu sichten. Neben der Planung der bevorstehenden Urlaube für dieses Jahr (Dresden, Leipzig und Silvester im Schnee), komme ich nun endlich auch dazu ausführlich von unserem Urlaub in Fjordnorwegen zu berichten.

Fjord in Norwegen

Warum ich unbedingt nach Fjordnorwegen wollte:

Dank meiner Bucket List ist die Urlaubsplanung etwas leichter geworden, da ich schon die Orte priorisiert habe, die ich unbedingt sehen möchte.

Die Stadt Bergen kam übrigens nach einem Kinobesuch im letzten Jahr mit auf meine Bucket List. Der Thriller Schneemann spielt in der Stadt und der norwegischen Wildnis. Trotz der düsteren Story und der tristen Winteratmosphäre, wusste ich, dass ich auf jeden Fall einmal nach Norwegen möchte. Dass es sich dann so schnell ergeben hat, umso besser 🙂

Spätestens bei meinem zweiten Trip nach Irland im letzten Jahr, habe ich gemerkt, dass Reisen in die Natur mir viel mehr zusagen als Städtetrips in hektische Großstädte. Nichts gegen Barcelona, Amsterdam, Paris, Krakau oder Budapest, aber wirklich abschalten konnte ich dort nicht.

Die norwegischen Fjorde sahen in den ganzen Prospekten zu Hurtigruten Kreuzfahrten, die trotz „bitte keine Werbung“ Aufkleber im Briefkasten landen, einfach unglaublich aus.

Aber der Reihe nach:

Unsere Reise  nach Fjordnorwegen

Fordnorwegen – das bedeutet tiefblaue Fjorde, rauschende Wasserfälle und steile Berghänge. Eine überwältigende Naturlandschaft, die in Folge mehrerer Eiszeiten entstanden ist. Nicht umsonst hat die UNESCO das Gebiet im Westen Norwegens zum Welterbe erklärt.

Wir sind eine Woche lange von Bergen aus durch Fjordnorwegen getourt. Folgende Highlights kann ich dabei unter sehr vielen Highlights hervorheben:

Bergen

Unser Trip in Fjordnorwegen begann in Bergen. Noch im Flughafen war mein erster Eindruck, der von unglaublicher Stille. Ganz anders als am Düsseldorfer Flughafen oder in Paris, wo wir umgestiegen sind.

Nachdem ich zuvor gelesen hatte, dass Bergen mit ca. 2548 mm Niederschlag im Jahr die „regenreichste Großstadt Europas“ war ich sehr überrascht, dass wir von strahlendem Sonnenschein empfangen wurden. Im Vergleich: In Berlin regnet es nur 591 mm und in Wuppertal, einer der regenreichste Städte in Deutschland, die ich mein Zuhause nenne, regnet es „nur“ 1116 mm pro Jahr.

Bergen bei Nacht
Sonnenuntergang in Bergen um Mitternacht

Bergen hat kulturell so einiges zu bieten. Bspw. das älteste Theater Norwegens, das Bergen Museum oder ein Lepramuseum. Da wir aber insgesamt nur 2 Tage in der Stadt waren, haben wir uns auf die landschaftlichen Highlights konzentriert.

Fløyen

Fløyen ist ein Bergplateau rund 400 m über dem Stadtzentrum. Nicht ohne Grund ist der Fløyen eine der beliebtesten Touristenattraktionen in der Stadt. Von dort oben hat man eine unglaubliche Aussicht über die Stadt, den Hafen und die Fjorde. Zudem kann man im Hinterland wunderbar wandern.

Blick vom Floyen über Bergen
Hinterland Floyen

Eine weitere Attraktion ist die Fløibane. Natürlich kann den Fløyen auch zu Fuß besteigen. Bequemer ist es allerdings mit der rund 850 m langen Standseilbahn. Rund 1,8 Millionen Passagiere fahren die Strecke jährlich. Dementsprechend lang war auch die Schlange vor der Talstation. Die Steigung ist wirklich enorm. Ohne auch nur im geringsten Ingenieur zu sein, finde ich es sehr beeindruckend, dass die Strecke bereits 1918 befahren wurde.

Fløibane

Ulriken

Der Ulriken ist der höchste Berg rund um die Stadt Bergen. Hoch kommt man entweder zu Fuß, nach einer mehrstündigen Wanderung vom Fløyen aus, oder man nimmt wie wir die Ulriksbanen.  Im Gegensatz zur Fløibane mussten wir diesmal überhaupt nicht anstehen und konnten direkt hochfahren.

Blick vom Ulriken

Oben befindet sich ein Gipfelrestaurant. Weiterhin ist der Ulriken Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Wir haben uns aus Zeitgründen nur etwas in Hinterland gewagt und waren beeindruckt, wie schön die Natur ist.

Hinterland Ulriken

Hanseviertel Bryggen

Auch wenn du wir, wir nur wenig Zeit in Bergen verbringst, solltest du auf jeden Fall einen Abstecher zum Hafen machen, um das Hanseviertel Bryggen zu sehen.

Bryggen Hafenviertel

Roadtrip durch Fjordnorwegen

Von Bergen aus sind wir dann einen 5-tägigen Roadtrip durch Fjordnorwegen gemacht. Obwohl wir in Städten wie Haugesund und Stavanger übernachtet haben, haben wir von den Städten kaum etwas gesehen, weil der Fokus unserer Reise eindeutig auf Natur statt aus Sightseeing lag.

Route Fjordnorwegen
Screenshot Google Maps

Folgenden Highlights in Fjordnorwegen möchte ich dabei besonders hervorheben:

Preikestolen

Preikestolen ist „die Sehenswürdigkeit“ in Norwegen. Dies wurde mir allerdings erst hinterher bewusst. Wir haben in Stavanger übernachtet und haben spontan geschaut, was es in der Nähe zu entdecken gibt.

Der Preikestolen (auf Deutsch Predigtstuhl) ist ein natürlicher Felsvorsprung 604 m über dem Lysefjord. Von dort oben hat man eine unglaubliche Aussicht über den Fjord und die Berge. Etwas erstaunlich finde ich, dass die Plattform ungesichert ist.

Der Preikestolen hat jährlich über 200.000 Besucher. Und das, obwohl man nur nach einer anstrengenden zweistündigen Wanderung mit einem Höhenunterschied von 330 m nach oben gelangt.

Blick auf den Preikestolen
Preikestolen: Blick über den Lysefjord

Karmoy Beach

Karmoy Beach gilt als einer der schönsten Strände in Westnorwegen. Auch hier sind wir eher per Zufall gelandet, als wir in Haugesund übernachtet haben.  Wir waren an einem schönen sonnigen Junitag dort und hatten den Strand fast für uns allein. Mit dem beinahe weißen Sand und dem ruhigen Meer, hätte man meinen können hunderte Kilometer weiter südlich zu sein. Das Wasser war allerdings eiskalt. Während ich es kaum mit den Füßen ausgehalten habe, sind tatsächlich zwei Norweger ins Meer schwimmen gegangen.

Strandstühle am Karmoy Beach
Karmoy Beach
Felsen in Karmoy Beach

Wasserfälle in Fjordnorwegen

Leider konnte ich mein Bucket List item „Unter einem Wasserfall stehen“ in diesem Urlaub nicht erfüllen. Dafür habe ich einige der höchsten und beeindruckendsten Wasserfälle weltweit gesehen. 9 der 20 höchsten Wasserfälle liegen in Norwegen.

Zwei davon möchte ich besonders hervorheben:

Latefossen Wasserfall

Lattefossen Wasserfall

An dem Latefossen Wasserfall sind wir vorbeigefahren, als wir wieder auf dem Rückweg nach Bergen waren. Wir hatten gar nicht mit einem Wasserfall gerechnet. Umso beeindruckender war es, auf einmal direkt neben der Straße den Latefossen Wasserfall zu erblicken. Mit einer Fallhöhe von 165 m ist er einer der niedrigeren Wasserfälle. Dafür handelt es sich aber um einen Zwillingswasserfall. Dies wird einem, wenn man direkt davor steht, allerdings nicht so bewusst.

Voringfossen Wasserfall

Den Voringfossen Wasserfall habe ich im Reiseführer entdeckt. Mit immerhin 183 m ist der Voringfossen Wasserfall allerdings auch noch einer der kleineren Wasserfälle. Einige der norwegischen Wasserfälle haben sogar Fallhöhen über 800 m.

Der Blick auf den Wasserfall ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Allerdings wurde der Fluss in den 1980-er Jahren für die Stromerzeugung reguliert, wodurch die Wassermenge erheblich weniger ist. Ich kann mir vorstellen, dass der Wasserfall ohne den menschlichen Eingriff noch viel beeindruckender wäre.

Voringfossen Wasserfall in Fjordnorwegen

In dem Video bekommt ihr einen kleinen Einblick von Lofthus, der letzten Station unserer Reise. Ein kleiner Ort am Hardanger Fjord, von dem aus wir den Vorigfossen Wasserfall besucht haben.

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Meine Urlaubs- und Reisetipps für Fjordnorwegen

Mietwagen ja oder nein?

Auf jeden Fall Ja! Natürlich kann man auch mit dem Zug und Reisebussen ganz gut in Norwegen zurechtkommen. Allerdings fehlt mir da die Spontanität. Wir sind durch so viele kleine Orte gefahren und haben spontan das unternommen, wonach uns gerade war.

Allerdings solltest du die Fahrtzeit zwischen den einzelnen Stationen großzügig planen. Das Geschwindigkeitslimit auf norwegischen Autobahnen beträgt max. 90-100 km/h. Die Straßen entlang der Fjorde sind recht eng, weshalb man auch hier nicht wahnsinnig schnell fahren kann.

Die norwegische Küste ist so zerklüftet, dass es bisweilen sogar gar keine Straße gibt, sondern man für einige Abschnitte die Fähre nehmen muss. Was ich nicht so schlimm finde, da man auf der Fähre jedes Mal eine wunderbare Aussicht hatte. Bisweilen muss man aber vor allem abends doch einige Zeit warten, bis die nächste Fähre ablegt.

Die Preise in Norwegen

Norwegen ist nicht günstig. Im Gegenteil: Die Preise haben mich teilweise echt umgehauen. Am ersten Abend in Bergen waren wir in einer Dönerbude neben dem Hotel und haben zu zweit 24 € gezahlt. Eine Pizza im Restaurant kostet ebenso 20 € aufwärts. Daher haben wir uns größtenteils im Supermarkt was zu essen geholt, um wenigstens etwas Geld zu sparen.

In einem Supermarkt habe ich eine Nivea-Creme für 89 norwegische Kronen entdeckt. Umgerechnet 9,36 €. In Deutschland kostet die Creme 4,99 €.

Preisvergleich Deutschland Norwegen

11 Tipps um in Norwegen günstig zu Reisen findet ihr bei visitnorway.

Tipp: Wer umsonst übernachten möchte, etwas Zeit hat und die Bereitschaft ein paar Stunden am Tag auf einer Farm zu arbeiten, dem kann ich WWOOFing empfehlen.

Wird es im Sommer dunkel?

Kaum… Wir waren kurz nach Mittsommer da. Angefangen zu dämmern hat es gegen Mitternacht. Als wir wieder aufgewacht sind, war es längst schon hell. Du solltest also am besten eine Schlafbrille mitnehmen, falls du im Hellen nicht erholsam schlafen kannst. Ich fand es aber sehr angenehm, dass es noch so lange hell war. Andernfalls wären wir sicher nicht um 19 Uhr noch gestartet, um den Ulriken zu besichtigen oder zum Strand zu fahren.

Was kostet eine Woche in Fjordnorwegen

Natürlich geht es noch sehr viel günstiger. In Norwegen gilt das Jedermannsrecht. D.h. dass man in Norwegen fast überall seine Zelte aufschlagen kann. Wir haben uns etwas mehr „Luxus“ gegönnt und kamen auf folgende Ausgaben:

Ein Kalkulationsbeispiel: 7 Tage Ende Juni/Anfang Juli inkl. Mietwagen, Flug, Essen aus dem Supermarkt und einigen wenigen Eintritten

  • Flug: ca. 150 € (Hinflug Zwischenstopp in Paris, Rückflug Zwischenstopp in Oslo)
  • Unterkünfte: ca. 40-50 € pro Nacht pro Person im Doppelzimmer (teilweise inkl. Frühstück)
  • Essen in der Dönerbude ca. 20 € (bei einem Getränk)
  • Verpflegung unterwegs(Einkaufen im Supermarkt): 15-20 € pro Person
  • Mietwagen (inkl. Spritkosten & Fährgebühren) ca. 430 €
  • Eintrittsgelder (z.B. Bergenbahn): ca. 30 €

Norwegen Blogs, Video und Webseiten

https://www.visitnorway.de/

https://www.snowintromso.com/

https://www.elchburger.de/norwegen/blog

13 Kommentare zu „Unglaubliche Orte in Fjordnorwegen, die dich zum Staunen bringen“

  1. So viele tolle Fotos! Schon lange steht Norwegen auf meiner Reiseliste, hoffentlich schaffe ich es die nächsten Jahre mal hinauf in den hohen Norden. Deine Bilder haben eine kräftige Portion Fernweh ausgelöst!

    Liebe Grüße, Veronika

  2. Liebe Denise,
    Ich habe mich letzten Winter ja in Norwegen verliebt. Vor allem Bergen steht noch auf der Liste! Wobei der hohe Norden rund um Bugøynes ja auch Hammer war. Cool wäre ja ein Roadtrip von Oslo bis an die russische Grenze in Norwegen! Aber diesmal nicht mehr im Polarwinter mit nur knapp 3 Stunden Tageslicht 😉

    Cooler Artikel und Danke fürs Zeigen!

    Lg aus den Bergen,
    Roach

    1. Ja in Nporwegen habe ich mich definitiv auch verliebt 🙂 Ich dachte ja eigentlich Irland kann nichts mehr toppen, aber Norwegen ist echt der Hammer. Wir waren im Juni da, d.h. das genaue Gegenteil mit nur ein paar Stunden Nacht! War super toll! Den norwegischen Winter möchte ich aber auch noch erleben!

      LG Denise

  3. Hallo Denise,

    ein toller, ausführlicher Beitrag. Ich war bisher zwei mal in Norwegen und die Preise hauen einen wirklich immer wieder um. Das erklärt auch, wieso die Norweger so gerne auf den Fähren im Duty-Free einkaufen gehen 😉

    Wir waren damals in der Gegend um Stavanger und haben gerne das Jedermannsrecht genutzt, wenn man für ein paar Tage durch die Gegend trampt. Warst du eigentlich auch auf dem Kjierak Bolten, dem Stein zwischen den Felsen?

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch
    Fernweh-Koch bei Pinterest

  4. In die Fjorde Norwegens möchte ich auch unbedingt noch! ich fühle mich auch in der Natur am wohlsten. Toller Bericht liebe Denise und immer wieder gern gelesen, deine Bucketlist 😉 lG Claudia von www-gemueseliebelei.com

  5. Das sieht wundervoll aus! Norwegen hat eine wunderbare Landschaft, die ich selbst auch sehr gerne noch betrachten möchte.
    Ich liebe sowieso die nordischen/skandinavischen Gebiete und möchte am liebsten mal einen Roadtrip machen!

    Vielen Dank für die wundervollen Fotos und den Bericht 🙂
    <3 Michelle

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