Meine Deep-Tissue-Massage-Erfahrung: Heftig, aber hilfreich?
99 Euro für 55 Minuten Massage. Bei diesem Preis musste ich erst einmal schlucken. Entsprechend lange überlegte ich im Mallorca-Urlaub, ob ich mir die Deep-Tissue-Massage im Hotel wirklich gönnen sollte. Meine Schulter machte mir die Entscheidung irgendwann leichter: Sie war steif, verspannt und tat weh. Beim Sportkurs konnte ich kaum mitmachen.
Also buchte ich. Und bekam eine Massage, bei der ich mich stellenweise ganz schön zusammenreißen musste. Deutlich heftiger als die Thaimassagen, die ich bisher kannte.
Ob sich das gelohnt hat? Für mich ja. Meine Schulter fühlte sich danach endlich wieder normal an – und das blieb auch eine Woche später so. Hier erzähle ich dir, wie meine erste Deep-Tissue-Massage ablief, wie schmerzhaft sie war und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.
- Was ist eine Deep-Tissue-Massage? (dt. Tiefengewebsmassage)
- Warum ich die Tiefengewebsmassage ausprobieren wollte
- So lief meine Deep-Tissue-Massage ab
- Wie fühlten sich Schulter und Rücken danach an?
- Deep Tissue oder Thaimassage: Was fand ich intensiver?
- Waren mir die 99 Euro die Massage wert?
- Was ich dir vor deiner ersten Deep-Tissue-Massage mitgeben würde
- Mein Fazit: intensiv, teuer – und für mich lohnenswert
- Häufige Fragen zu meinen Deep-Tissue-Massage-Erfahrungen
Was ist eine Deep-Tissue-Massage? (dt. Tiefengewebsmassage)
Deep-Tissue-Massage bedeutet auf Deutsch Tiefengewebsmassage. Dabei werden tiefere Muskelschichten mit gezieltem Druck bearbeitet. Im Mittelpunkt stehen häufig verspannte Bereiche und konkrete muskuläre Beschwerden. Die Cleveland Clinic beschreibt diese Massageart als eine Behandlung, die an Muskeln und Sehnen ansetzt, um Spannungsgefühle zu lindern.
Diese Beschreibung hatte mich zu Beginn etwas verunsichert. Wie sich eine heftige Massage anfühlt durfte ich schon bei der Thaimassage erfahren. Aber sollte die Deep Tissue Massage jetzt nochmal eine Stufe härter sein?
Warum ich die Tiefengewebsmassage ausprobieren wollte
Eigentlich möchte ich im Urlaub entspannen. Meine Schulter hatte offenbar andere Pläne. Ich stillte zu diesem Zeitpunkt seit fast zwei Jahren – auch in allen möglichen Positionen nachts. Dazu kamen im Hotel andere Kissen als zu Hause. Zu dem Zeitpunkt kannte ich es eigentlich nur, dass meine Schulter Dauer-verspannt war.
So auch am Morgen vor der Massage. Am Vortag konnte ich schon das „Drumstick-Workout“ kaum mitmachen. Einfach abzuwarten und hoffen, dass es zumindest für ein paar Tage wieder weg geht, klang nicht sonderlich attraktiv.
Dann las ich, dass eine Deep-Tissue-Massage auch bei lange bestehenden Verspannungen helfen könne. Das machte mich neugierig. Wenn meine Schulter sich danach endlich besser anfühlen würde, wären die 99 Euro vielleicht doch gut investiert.
Eine garantierte Lösung für monatelange oder jahrelange Beschwerden lässt sich daraus natürlich nicht ableiten. Laut dem amerikanischen NCCIH können Massagen bei Nacken- und Schulterschmerzen helfen, die Linderung kann aber zeitlich begrenzt sein.

Warum ich mich für das Hotelangebot entschied
Außerhalb des Hotels hatte ich eine ungefähr 40 Prozent günstigere Massage gesehen. Das war schon verlockend. Allerdings fühlte ich mich mit dem Anbieter nicht richtig wohl. Dort wurden auch Fish-Spa-Anwendungen angeboten und alles sah so ein bisschen nach Hinterhof aus. Eine explizite Deep Tissue-Massage gab es dort auch nicht. Das Hotelangebot wirkte auf mich (vermutlich auch wegen des Preises) deutlich seriöser.
So lief meine Deep-Tissue-Massage ab
Vorher: Fragebogen ausfüllen
Vor der Behandlung bekam ich einen Fragebogen, auf dem ich verschiedene Erkrankungen und Einschränkungen ankreuzen konnte.
Ein ausführliches Gespräch über meine Schulterbeschwerden gab es darüber hinaus nicht. Auch das Stillen kam nicht zur Sprache. Rückblickend würde ich meine Schulter gleich zu Beginn ausdrücklich ansprechen und sagen, worauf ich mir einen Schwerpunkt wünsche. Aber ich dachte mir auch, dass eine erfahrene Masseurin dies sicher merken würde.
Die Temperatur im Raum war angenehm. Einen besonderen Duft nahm ich nicht wahr. Ob Musik lief? Daran erinnere ich mich tatsächlich nicht mehr. Die Massage selbst ist mir deutlich besser im Gedächtnis geblieben.
Erst die Beine, dann Rücken und Arme
Die Masseurin begann mit dem rechten Bein, anschließend folgte das linke. Danach bearbeitete sie die linke und die rechte Rückenhälfte sowie beide Arme. Dann drehte ich mich um. Es folgten noch einmal beide Beine und zum Abschluss eine kurze Kopfmassage. Schon waren die 55 Minuten vorbei.
Es wurde mit Öl massiert. Ich erinnere mich vor allem an ihre Hände. Vielleicht kam zwischendurch auch einmal ein Ellenbogen zum Einsatz, aber sicher bin ich mir da nicht. Die Liegeposition war für mich angenehm. Auch im Zusammenhang mit dem Stillen hatte ich dabei keine Probleme.
Autsch: Der Druck wurde nach und nach stärker
Die Masseurin steigerte den Druck in jeder Körperregion allmählich. Anfangs war das gut auszuhalten, über weite Strecken sogar angenehm intensiv. Gegen Ende der jeweiligen Region wurde es teilweise richtig schmerzhaft. Da musste ich mich schon ordentlich zusammenreißen.
Während der Massage fragte sie zweimal, ob alles gut sei. Ich bestätigte das beide Male, auch wenn es schon sehr an der Grenze war. Im Nachhinein hat es sich für mich dann aber doch genau richtig angefühlt. Die Mayo Clinic weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Massage keine starken Schmerzen verursachen sollte. Ist der Druck zu kräftig, solltest du um weniger bitten.
Dieses ungewöhnliche Wärmegefühl
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Gefühl während und direkt nach der Bearbeitung einer Stelle: warm und irgendwie richtig gut durchblutet. Also ungefähr so, als ob mein Blut an der Stelle plötzlich mit 5 Grad mehr durch meinen Körper floß.
Ich beschrieb es danach so, als wäre das Blut plötzlich fünf Grad wärmer.
Danach durfte ich noch liegen bleiben
Nach der Massage hätte ich noch liegen bleiben können. Ich zog mich aber nach wenigen Minuten an und ging. Besondere Hinweise für die Zeit danach bekam ich nicht.
Wie fühlten sich Schulter und Rücken danach an?
Für mich war das die entscheidende Frage. Eine intensive Massage allein hätte den Preis noch nicht gerechtfertigt. Ich wollte meine Schulter wieder normal bewegen können.
Direkt danach: endlich keine steife Schulter mehr
Unmittelbar nach der Behandlung fühlte sich meine Schulter richtig gut an. Ich merkte noch leicht, dass gerade massiert worden war. Die vorherige Steifheit, die Verspannung und die Schmerzen waren aber weg. Auch einige Stunden später blieb dieses Gefühl.
Eigentlich klingt „normal“ ziemlich unspektakulär. Nachdem die Schulter mich die Tage, Wochen und Monate davor ständig gestört hatte, war genau das für mich viel wert.
Nach drei Tagen: weiterhin keine Beschwerden
Nach drei Tagen waren weder Schmerzen noch Verspannungen zurückgekehrt. Ich konnte meine Schulter weiterhin gut bewegen.
Muskelkater? Hatte ich nicht. Druckempfindlichkeit ebenfalls nicht. Mein Rücken fühlte sich einfach normal an. Die Sportkurse während des restlichen Urlaubes und auch die Sightseeing-Märsche konnte ich ohne Beschwerden mitmachen.

Nach einer Woche: das gute Gefühl blieb
Auch bei meinem Rückblick nach einer Woche hatte sich daran nichts geändert:
- keine zurückgekehrten Schmerzen oder Verspannungen,
- weiterhin gute Beweglichkeit,
- kein Muskelkater und keine Empfindlichkeit.
Damit war die Verbesserung für mich auch über die ersten Stunden nach der Massage hinaus spürbar. Während ich diese Zeilen tippe, war die Massage gut einen Monat her und ich hatte seitdem keine schmerhaften Schulter- oder Nackenverspannungen mehr.
Deep Tissue oder Thaimassage: Was fand ich intensiver?
Ich empfand diese Deep-Tissue-Massage deutlich intensiver als meine bisherigen Massagen. Das hat mich überrascht, denn auch die Thaimassagen waren stellenweise sehr intensiv.
Hot-Stone-, Hot Chocolate, Lomi Lomi und Kräuterstempelmassagen habe ich dagegen als wesentlich entspannender in Erinnerung. Bei der Tiefengewebsmassage stand für mich das kräftige Bearbeiten der Muskeln im Vordergrund. Zwischendurch wegdösen? Danach war mir bei dieser Behandlung eher nicht.
Waren mir die 99 Euro die Massage wert?
Ja. Nach dem Ergebnis war mir diese Behandlung die 99 Euro wert. Zudem ist Urlaub für mich auch der Rahmen, in dem ich mir gerne etwas gönne. Vorher konnte ich den Sportkurs kaum mitmachen und hatte eine steife Schulter. Danach fühlte sie sich wieder normal an. Auch eine Woche später hatte ich keine Beschwerden. Das war für mich ein deutlich größerer Gewinn als einfach nur 55 Minuten Auszeit.
Trotzdem finde ich den Preis hoch. Regelmäßig würde ich diese Summe nicht ausgeben wollen. Eher könnte ich mir vorstellen, mir so etwas einmal im Quartal zu gönnen und habe mir auch schon einen Anbieter in der Nähe rausgesucht. Das ist meine persönliche Budgetüberlegung, keine Empfehlung dafür, wie oft eine Massage sinnvoll ist.
Bei einer erneuten Buchung würde ich meine Beschwerden vorher genauer besprechen und früher sagen, wenn mir der Druck zu stark wird.
Was ich dir vor deiner ersten Deep-Tissue-Massage mitgeben würde
Aus meiner Erfahrung würde ich vor allem drei Dinge mitnehmen:
- Sprich deine Beschwerden konkret an. Sag vor der Behandlung, wo es wehtut und was du dir von der Massage erhoffst. Ein Fragebogen ersetzt für mich dieses Gespräch nicht. Sag auch währenddessen ehrlich, wie es sich anfühlt. Mein „Alles gut“ passte nicht zu jeder Phase der Massage. Du kannst jederzeit um weniger Druck bitten.
- Schau auf Ausbildung und Erfahrung. Mein Vertrauen ins Hotel war ein Bauchgefühl. Bei der nächsten Auswahl würde ich gezielt nach der Qualifikation und Erfahrung mit solchen Behandlungen fragen.
- Bei gesundheitlichen Besonderheiten, etwa Blutgerinnungsstörungen, Blutverdünnern, einer kürzlich aufgetretenen Thrombose oder ausgeprägter Osteoporose, solltest du die Eignung vorher ärztlich klären. Auch die Mayo Clinic nennt solche Punkte ausdrücklich.
Mein Fazit: intensiv, teuer – und für mich lohnenswert
Meine erste Deep-Tissue-Massage war heftiger, als ich erwartet hatte. Die meiste Zeit angenehm intensiv, zwischendurch allerdings auch zu schmerzhaft.
Trotzdem würde ich sie wieder buchen. Dass meine Schulter sich danach und auch eine Woche später wieder normal anfühlte, war für mich die 99 Euro wert.
Beim nächsten Mal würde ich allerdings deutlicher sagen, wenn es mir zu viel wird. Eine gute Erfahrung muss ich mir schließlich nicht mit Zusammenbeißen verdienen.
Hast du schon eine Deep-Tissue-Massage ausprobiert? Wie hast du die Intensität empfunden und wie ging es dir danach? Schreib es mir in die Kommentare.
Häufige Fragen zu meinen Deep-Tissue-Massage-Erfahrungen

Denise Ni
Bucket Listerin, Online-Marketing-Enthusiastin und Neu-Mama
Seit 2017 ist Denise begeisterte Bucketlisterin. Auf ihrem Blog berichtet sie in über 130 Beiträgen von ihren eigenen Erlebnissen. Überdies unterstützt sie ihre Leserschaft dabei, eine eigene Bucket List zu erstellen, Bucket List Ideen zu finden und die eigenen Ziele zu erreichen.
Ihre Begeisterung für das Thema spiegelt sich auch in ihren drei Büchern wider, die sie zusammen mit dem Remote Verlag veröffentlichte. Als Bucket List-Expertin war sie bereits zu Gast im SWR 2 Radio und weiteren Print- und Onlinemedien (Über Mich).





