Meine Erfahrungen mit einer Farbberatung

Meine Erfahrungen mit einer Farbberatung

Welche Farben stehen mir eigentlich? Schwarz und Weiß schon mal nicht. Dafür sehe ich in diesen Farben einfach zu blass aus. Aber darüber hinaus fällt es mir schwer zu urteilen welche Farbe mit steht und welche nicht. Nachdem ich Anfang des Jahres mit der Konmari-Methode auch meinen Kleiderschrank drastisch aussortiert habe, möchte ich mir – auch unter Aspekten der Nachhaltigkeit – keine Kleidung mehr kaufen, die mir nicht absolut perfekt steht und gefällt. Aus diesem Grund kam ich auf die Idee eine Farbberatung zu besuchen.

Eine Farbberatung hört sich erstmal etwas abstrakt oder gar esoterisch an. Doch ist es wirklich so, dass nicht Jedem jede Farbe steht und auch Niemand einfach so alle Farben tragen kann. Um meine Farben herauszufinden habe ich eine Farbberatung gebucht und berichte euch hier über meine Erfahrungen.

Ablauf: Wie funktioniert eine Farbberatung

Was sind Farbtypen?

Die Farbtypenlehre geht davon aus, dass sich jeder Mensch anhand einer Grundharmonie seiner Haar- und Augenfarbe sowie seines Teints unterschiedlichen Farbtypen zuordnen lässt. Diese Farbtypen orientieren sich an den 4 Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dabei sind der Frühlings- und Herbsttyp warmtoning. D.h. Menschen dieses Farbtyps haben eher einen gelblichen Farbstich in ihrer Hautfarbe, während der Sommer- und Wintertyp eher einen bläulichen Unterton in seiner Haut hat und als kalttonig  bezeichnet werden. Mitunter kann es auch ein, dass man ein Mischtyp ist. Der eigene Farbtyp ist schon sehr früh erkennbar und ändert sich im Laufe des Lebens nicht. Im Gegenteil: Mit dem Alter verstärkt sich der Farbtyp, da Falten und Augenringe noch stärker hervortreten.

Quelle: Freestock

Eine Farb- und Stilberatung setzt daran an, dass die Grundharmonie von Teint, Haarfarbe und Augenfarbe durch passenden Schmuck, Kleidung und Make-up optimiert werden kann. In der Folge sollen wir uns nicht nur selber attraktiver und wohler in unserer Haut fühlen, sondern auch so von anderen Menschen wahrgenommen werden.

Welche deutlichen Unterschiede die richtige Kleidung und das richtige Make-Up haben zeigen sehr deutlich die Vorher-Nachher Bilder auf der Homepage der Farbberaterin Sabine Bodden.

Welcher Farbtyp bin ich?

Bevor es mit der Bestimmung des Farbtyps losging, sollte jeder von uns intuitiv eine der vier Farbpaletten, die wiederrum einem der Farbtypen zugeordnet sind, auswählen. Wie ich später erfahren habe, lag ich da schon ganz richtig.

Zunächst einmal galt es dann sich komplett abzuschminken. Diejenigen die ihre Haare deutlich gefärbt hatte mussten sich zudem ein Tuch über die Haare legen. Anschließend wurde uns ein goldenes oder ein silbernes Tuch umgelegt. Wir sollten dann auf unsere Augen, die Haut und die Zähne schauen und beobachten welches Buch und mehr zum strahlen bringt und gesünder aussehen lässt. Beim Blick auf meine Augen fand ich eigentlich, dass Silber meine bläulich-grauen Augen mehr hervorhebt. Beim Blick auf meine Haut und Zähne, habe ich das Tuch aber schnell wieder weggenommen. Meine Haut sah kränklich aus und die  Falten waren nur noch mehr betont, während ich mir mit dem goldenen Tuch viel brauner vorkam. Ich war also schon mal eindeutig ein warmtoniger Frühlings- oder Herbsttyp.

Im zweiten Schritt wurde dann jeweils eine Auswahl von Farben umgelegt, die den 4 Farbtypen zuzuordnen sind. Wie schon zu erwarten waren die Farben für den Sommer- und Wintertyp überhaupt nicht passend. Die Entscheidung zwischen Frühlings- und Herbsttyp fand ich schon deutlich schwieriger. Letztendlich war aber erkennbar, dass  die Farben des Herbsttyps etwas zu kräftig waren. Ergebnis meiner Farbanalyse war demnach: Ich bin der Frühlingstyp.

Frühlingstyp

Der Frühlingstyp lässt dich wie folgt charakterisieren:

Teint: helle Haut mit einem warmen, goldenen Unterton, wenn die Haut gebräunt ist. Eventuell Sommersprossen.

Augen: Die Augen sind meist grün, blau oder bernsteinfarben mit warmen Nuancen.

Haare: Die Haare sind Honigblond, Rotblond oder aber braun. Wenn das Licht drauf fällt schimmern die Haare golden.

Prominente Frühlingstypen sind beispielsweise Cameron Diaz, Frauke Ludowig, Nicole Kidman, Isla Fisher oder Kate Hudson.

Welche Farben stehen mir als Frühlingstyp?

Der Frühling ist die Jahreszeit  in der die Natur aus dem Winterschlaf erwacht. Die Farben sind noch nicht so knallig wie im Sommer und nicht so intensiv wie im Herbst.  Die ersten Blüten des Jahres sind pastellfarben, leicht und zart. Diese Beschreibung passt auch ganz gut zum Stil des Frühlingstyps. Der Frühlingstyp strahlt mit seinem Stil Jugend, Lebendigkeit und Energie aus.

Kleidung:

Wie schon erwähnt ist der Frühlingstyp ein warmer Typ. Die Farben der Kleidung sollten also unbedingt einen warmen Grundton und einen hohen Geldanteil aufweisen. Passende Farben sind bspw. koralle, sonnengelb, apricot, lachs, cremeweiß, türkis (mit hohem Gelbanteil) oder ein leuchtendes orange. Wichtig ist, dass man vor allem am Oberkörper „die richtige Farbe“ trägt.

Am besten einfach mal „Frühlingstyp Farbpalette“ googlen oder auf Pinterest schauen (z.B. hier). Leider darf ich die Farbpalette, die wir im Kurs bekommen haben, hier aus rechtlichen Gründen nicht abbilden. Natürlich findet ihr online auch ausführliche Darstellungen der anderen Farbtypen. Da ich aber mehr über meine Erfahrungen bei der Farbberatung schrieben will, gehe ich auf die drei anderen Typen an dieser Stelle nicht ein.

Kleiderschrank-Check: Farben, die auf keinen Fall zu mir passen sind schwarz, weiß, dunkle Blautöne und zu kräftige Farben, was leider genau die Farben sind zu denen mein Kleiderschrank (auch nach dem Ausmisten mit Marie Kondo) zu 80% besteht.

Ein Blick auf Fotos der letzten Monate zeigt, dass ich genau die falschen Farben gertragen habe:

Ein spontaner Stadtbummel einige Tage später hat mir aber auch gezeigt, dass die Modeindustrie den Markt anscheinend mit genau diesen Farben bevorzugt überschwemmt. Gemäß Nachfrage und Angebot tragen aber auch die meisten Frauen bevorzugt genau diese Farben, was ich ein bisschen Schade finde. Ein kurzer Gang durch die Reihen mit meiner Farbpalette hat mich kaum was in meinen Farben finden lassen. Und wenn ich dann doch mal eine schöne, zarte Frühlingsfarbe entdeckt habe, war der Schnitt total unvorteilhaft.

Ich habe es tatsächlich geschafft in 2 Stunden durch drei verschiedene Geschäfte zu gehen und kein einziges Kleidungsstück zu kaufen. Früher undenkbar, aber heute denke ich mir: warum mit etwas zufrieden geben, was vom Schnitt und der Farbe nicht passt. Künftige Kleidungsstücke sollen mir von der Qualität, Farbe und dem Schnitt zu 100% gefallen. Da kann der Preis auch etwas teurer sein. Qualität vor Quantität.

Schmuck:

Wie bereits der erste Test mit dem goldenen Tuch gezeigt hat, sollte ich eher zu Goldschmuck greifen. Leider durfte ich auch hier feststellen, dass ich fast ausschließlich (bis auf eine einzige Kette) Silberschmuck besitze. Dabei hat mir Gold schon immer viel besser gefallen. Meine komplette Weihnachtsdeko und mein Bad sind in Gold gehalten. Da Schmuck doch etwas günstiger ist als eine neue Garderobe und mehr noch: Goldschmuck einfacher zu bekommen ist als Kleidung in Frühlingsfarben, habe ich mich entschieden mit den Accessoires anzufangen und mir ein paar Teile in Gold zugelegt.

Make-Up:

Auch beim Make-up gilt, dass der Frühlingstyp seinem Grundton treu belieben sollte. Zu dunkle und kräftige Farben sind eindeutig too much und können erdrückend wirken. Stattdessen können  helle Pastellfarben, ein Rouge in Rosé oder Apricot sowie ein Lippenstift in rosa oder knallrot echt super aussehen. Was das Augenmake-up angeht sollte eher braun statt schwarz gewählt werden. Da ich mit Make-mehr als sparsam bin, musste ich mich hier aber nicht wesentlich einschränken oder aussortieren.

Was kostet eine Farbberatung?

Die Preise variieren hier sicher stark. Ich habe für einen Abend bei der VHS Wuppertal 30€ für einen Kurs mit 8 Teilnehmerinnen gezahlt.

Mein Fazit: Darum solltest du unbedingt eine professionelle Farbberatung machen

Vor der Farbberatung habe ich ausschließlich Silberschmuck getragen und meine Kleidung in Schwarz, Blau  und Grau gehalten (bis auf Ausnahme einiger roter Kleidungsstücke). Das Ergebnis vor dem Spiegel war aber so eindeutig, dass ich diese Farben mittlerweile gar nicht mehr tragen möchte. Auch wenn ich meine Garderobe nicht völlig erneuert habe, meide ich kalte Farbe und Silber so gut es geht. So als ob ich mich selber in einem völlig anderen, harmonischeren Licht sehe. Natürlich ist mein Styling noch nicht ganz rund (ich habe ja bislang auch keine neue Kleidung gekauft). Aber ich habe gemerkt, dass selbst Kleinigkeiten schon viel ausmachen. Seit ich begonnen habe Goldschmuck zu tragen habe ich schon einige Komplimente bekommen (z.B. dass ich viel „majestätischer“ aussehe). Angesichts meiner erfolglosen Shoppingversuche, ziehe ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Einkaufsberatung in Betracht.

Es gibt im Internet zahlreiche Selbsttest, um den eigenen  Farbtyp zu bestimmen (z.B. hier). Doch möchte ich eher davon abraten. Zum einen lässt man sich schnell davon beeinflussen, welchen Farbtyp man sein möchte. Zum anderen kann man sich schnell fehlleiten lassen. Auf ihrem Blog schreibt Sabine Bodden, dass selbst Farbberater häufig zu Fehleinschätzungen kommen, wenn sie zu starr an den Definitionen der Farbtypen hängen bleiben.

Aus diesem Grund empfehle ich dir die Beratung bei einer professionellen Farbberaterin durchführen zu lassen, die schon einige Referenzen aufweist.  Ich habe meine Farbberatung bei der VHS Wuppertal gemacht. Die Kursleiterin Anke von Garell bietet ihre Farbberatung in zahlreichen VHS in NRW oder privat in ihrem Studio in Ratingen an.

Literaturempfehlungen Farb- und Stilberatung

https://modefluesterin.de/

https://www.farb-und-stil-coach.com/

https://farbenreich.wordpress.com/

7 Gedanken zu „Meine Erfahrungen mit einer Farbberatung

  1. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Hört sich aber sehr interessant und aufschlussreich an. Wenn ich so in meinen Kleiderschrank schaue, sehe ich auch vor allem Schwarz-, Grau- und Blautöne … und ich tu mich auch sehr schwer damit mal was farbliches zu kaufen, selbst wenn ich gezielt danach suche.
    Ich glaube so eine Beratung, würde mich auch weiterhelfen. Und der Preis ist ja total im Rahmen, wie ich finde.

  2. Das ist ja eine tolle Sache an die Du Dich da rangetraut hast. Ich bin ja der Wintertyp, also einfach anders als Du. Aber so ist das ja richtig, wir sind alle individuell. Ich finde es toll, dass Du Deinen Typ rausgefunden hast, denn das gehört zur Selbstfindung.

    Liebe Grüße, Bea.

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