Interview mit Karina von Bucketlist Memoirs

Interview mit Karina von Bucketlist Memoirs

In Deutschland ist die Welt der Bucketlist Blogger etwas rar gesät. Ich habe aber im Internet und bei Instagram schon echt tolle und inspirierende Blogs aus Großbritannien und insbesondere den USA gefunden. Ich freue mich, dass Karina, deren Blog Bucketlist Memoirs ich jetzt schon länger verfolge, mir in einem Interview ihre Bucketlist-Erfahrungen geschildert hat.

Auf ihrem Blog https://www.bucketlistmemoirs.com/ lässt sie ihre Leser an sehr persönlichen Erfahrungen teilhaben. Auch in der heutigen Zeit hat sie als Afro-Amerikanerin immer noch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und schildert sehr beeindruckend wie sie Allen das Gegenteil beweist und ihr Leben aktiv selber gestaltet. Schaut man sich heute die Fotos auf ihrem Instagram-Kanal an oder liest ihre Blogbeiträge, fällt schwer zu glauben dass diese Frau noch vor einigen Jahren eine schwierige Zeit durchgemacht hat.

Karina von Bucketlist Memoirs

An ihrem Blog Bucketlist Memoirs gefällt mir, dass  sie nicht nur die tollen Erlebnisse oder Reisen beschreibt, die sie hatte, sondern auch ihre persönliche Entwicklung deutlich wird. Besonders rührend finde ich den Beitrag, in dem sie ihre Großmutter in der Karibik zum ersten Mal trifft oder aber wie sie am Alleinereisen gewachsen ist.

Aber genug von meiner Seite. Im Folgenden lasse ich Kristina selber zu Wort kommen. Ihre englischen Antworten habe ich ins Deutsche übersetzt Ihr könnt, aber unten auch das englische Original lesen.

Wie bist du dazu gekommen eine Bucketlist zu erstellen?

Ich werde oft gefragt wie ich dazu gekommen bin eine Bucketlist zu erstellen und erinnere mich dann immer an 2013 zurück. Damals bin ich durch eine schwere Zeit in meinem Leben gegangen. Nach meinem Abschluss an der South Carolina State University 2013, habe ich eine Therapie gemacht weil all meine Beziehungen auseinandergebrochen sind. Ich war 23 Jahre alt, hatte einen Abschluss aber keinen Job. Ich bin durch eine schwere Phase gegangen und wusste nicht was ich tun soll. Also habe ich im Stillen gelitten.

Eines Tages, als ich online nach Jobs gesucht habe, bin ich über eine Seite gestolpert, die Leuten geholfen hat eine Bucketlist zu erstellen. Die Webseite hatte Vorschläge für Erlebnisse und Orte, die man gesehen haben sollte. Aus Spaß, habe ich dann nach Orten gegoogelt, wohin ich reisen möchte und hatte am Ende eine Liste mit 45 Items. Habe ich erwähnt, dass ich keinen Pass und keinen Job hatte? Um ehrlich zu sein, habe ich nicht daran geglaubt überhaupt einen Punkt von meiner Bucketlist abzuhaken. Ich habe auch nicht vor 2014 angefangen Punkte von meiner Bucketlist zu streichen, aber als ich den ersten Punkt von meiner Bucketlist gestrichen habe, habe ich realisiert, dass das Abenteuer Bucketlist machbar ist.

Eine Deadline habe ich mir nicht gesetzt. Ich wusste nur, dass ich das Leben und meine Erfahrungen genießen würde. Bis jetzt habe ich  28 Items fertiggestellt und genieße das Leben in vollen Zügen.

Was war das erste Bucketlistziel was du dir erfüllt hast?

Ich habe keinem der  Items auf meiner Bucketlist Vorrang vor den Anderen gegeben. Ich bin einfach mit dem Flow gegangen. Das erste Item, was ich abhaken konnte war Nr. 36 „ Ein Wochenende in den Bergen verbringen“. Danach habe ich mich entschieden meine Bucketlist ernster zu nehmen. Jedes Weihnachten gehe ich meine Liste durch und markiere die Punkte, die ich vor dem nächsten Weihnachten abhaken möchte. Ich konzentriere mich dann nur auf diese Bucketlistziele. Dinge passieren und manchmal schaffe ich es nicht alle Items, die ich mir vorgenommen habe, abzuhaken. Aber das ist in Ordnung …ich habe dann mehr Punkte fürs nächste Jahr.

Was war dein letztes Bucketlist Item?

Um ehrlich zu sein, wollte ich bereits 30 Punkte von meiner Liste gestrichen haben, aber das Glück stand nicht so auf  meiner Seite in den letzten Monaten. Im August letzten Jahres bin ich nach San Francisco geflogen (meine erste Solotour). Ich hatte geplant von San Francisco aus zum Yosemite Park zu fahren (#14), aber habe es wegen der Waldbrände nicht geschafft.

Im Dezember bin ich für eine Wanderung nach Utah geflogen. Ich dachte es wäre cool dort in einem Heißluftballon zu fliegen (#9). Am Tag bevor wir angekommen sind, hat mich der Pilot angerufen, um Bescheid zu sagen, dass er planmäßig am  nächsten Tag bereit steht – aber wie es mein Glück will – als ich am nächsten Tag angekommen bin, wurde mir gesagt, dass die Windbedingungen zu gefährlich sind.

Mein letztes abgehaktes Ziel war #6 (Campen gehen). Ich habe sogar mein Zelt selber aufgebaut und der Welt bewiesen, dass auch schwarze Frauen campen gehen. Campen gehen ist allerdings auch ein Erlebnis, dass ich nie wieder machen werde, es sei denn in einem Wohnmobil und es ist Winter oder Herbst.

Wie hat deine Bucketlist dein Leben verändert?

Ich denke meine Bucketlist hat mein Leben dahingehend verändert, dass ich gelernt habe, dass Angst okay  ist, aber dich nicht davon abhalten sollte deine Ziele zu erreichen und das zu tun, was du willst. Es gab so viele Dinge, die ich schon erreicht habe und die mich vorher zu Tode erschreckt haben. Aber ich habe sie dennoch gemacht, weil sie auf meiner Bucketlist standen. Auch wenn ich nicht die dünnste Erbse in der Schote bin [Anmerkung: diesen Ausdruck musste ich einfach 1:1 übersetzten] und die meisten Leuten denken, dass ich gar nicht daran interessiert bin Dinge wie Fallschirmspringen, Klippenspringen oder Paragliding zu machen.  Was liegen sie damit falsch.

Als plus-size woman, die auch noch Afro-Amerikanerin ist, gehen die meisten Menschen davon aus, dass meine Reisen aus Strand-Selfies und Abstecher an der Bar bestehen. Das ist cool, aber das bin nicht ich. Nimm mich mit zum  Klippen-Klettern oder Höhlenerkunden und ich bin glücklich. Ich lasse mich nicht länger aufhalten und das habe ich meiner Bucketliste zu verdanken.

Welches war dein beeindruckenstes Bucketlist Erlebnis?

Ich hatte einige tolle Erlebnisse, die nicht auf meiner Bucketlist standen z.B. als ich einen Monat mit einem Freiwilligen-Programm in Thailand verbracht habe. Aber um die Frage zu beantworten bleibe ich mal bei meiner Bucketlist: Es wäre eine Mischung zwischen Hundeschlittenfahren im Teton National Park in Wyoming und Wandern durch Oneonta Gorge in Oregon. Die meisten Menschen, die ich treffe, haben nie an Hundeschlitten gedacht und auch nicht an die Oneonta Schlucht. Ich liebe es daher, Ihnen Inspiration für neue Erlebnisse zu geben.

Was sind deine Pläne, wenn alle Punkte auf deiner Bucketlist abgehakt sind?

Hoffentlich habe ich bis dahin eine Familie und wir können zusammen eine Famlienbucketlist erstellen. Vielleicht habe ich dann sieben Hunde (gerade habe ich keinen) und wir können eine haustierfreundliche Liste machen. Wer weiß? Ich weiß nicht wie meine Siuation einmal sein wird, sobald ich alle Items auf meiner Liste abgehakt habe, aber ich weiß, dass ich eine neue Liste erstellen werde, bevor ich meine neuen Bucketlist Abenteuer starten werde.

Ich mag deine Kategorie “Beauty of my own backyard”. Welchen Ort in Columbia würdest du am Meisten empfehlen? 

Das Leben in Columbia (South Carolina) kann ziemlich langweilig sein, daher unterhalte ich mich in der Regel damit Dinge zu finden, die ich genießen und mit Anderen teilen kann. Ich liebe Street Art und überraschenderweise hat Columbia eine große Auswahl an Murals und Paintings, besonders in der Innenstadt. Nachdem ich in San Francisco über Street Art gestolpert bin, wurde ich inspiriert meine eigene Tour in Columbia zu  machen. Wir haben hier auch den Congaree National Park, indem ich im Sommer oft eine Kanutour mache.

Welchen Rat würdest du Jemandem geben, der gerade mit seiner Bucketlist startet?

Go for it! You never know where your bucket list will take you!

 

Und für alle, die das Original-Interview mit Karina von Bucketlist Memoirs lesen wollen, hier die englische Version:

How did you come to start a bucket list?

People often ask me how I created my bucket list and I always think back to 2013. I was going through a rough time in my life. After graduating from South Carolina State University in 2013, I went to therapy because my relationship with everyone around me began to plummet. I was 23 years old with a degree but no job. I was going through a rough breakup and I didn’t know what to do so I suffered in silence.

One day, while looking for jobs online, I came across a website that helped people create bucket lists. The website had suggestions of places to visit and things to do. For fun, I began to google places I’d like to travel and I ended up with a bucket list of 45 items. Did I mention that I was broke with no passport or job? Honestly, I didn’t even think I would complete anything on the bucket list. I didn’t begin crossing items off until 2014 and once I crossed one item off, I realized that my “bucket list adventures” thing was doable.

I didn’t set a deadline. I just knew that I would enjoy life and my experiences. Thus far, I have completed 28 items and I’m still enjoying life along the way.   

What was your first Bucketlist goal?

I didn’t really give any item on my bucket list precedence over the other items. I kind of just went with the flow. The first item I completed was #36 “Spend a weekend in the mountains.” After that, I decided to take my bucket list seriously. Each Christmas, I go through my list and mark the items I’m interested in completing before next year’s Christmas and then I just work on completing those items throughout the year. Things happen and sometimes I don’t get to complete all of the items I marked for the year but it’s ok….it gives me more to do the next year.

What was your last Bucketlist goal?

Honestly, I’m supposed to have 30 items crossed off my list but the odds have not been in my favor the past few months. In August of last year, I flew to San Francisco (my first solo trip). I had planned to drive to Yosemite Park (#14) from San Francisco and, unfortunately, I never made it there because of a huge forest fire in the park. In December, I flew to Utah on a hiking trip. I thought it would be cool to take a ride in a hot air balloon while there (#9). The day before we arrived, the pilot called to tell me were on schedule to set sail the next day but – as my luck would have it – when I arrived the next day, I was told the wind conditions were too dangerous to fly in an air balloon. My last completed goal was #6 (Go camping). I actually pitched a tent and proved to the world that black women camp too. That’s one item I’ll never do again unless it’s in an RV or in the middle of fall or winter.

How has your bucketlist changed you/your live?

I think it’s changed my life because I’ve learned that fear is okay but it shouldn’t stop you from accomplishing goals and doing what you want to do. There are so many things I’ve accomplished that scared me to death, but I did them because they were on my bucket list. Also, I’m not the skinniest pea in the pod so most people assume I’m not interested in doing things like skydiving, cliff jumping, or hang-gliding. They don’t think I like hiking, fishing, and skiing. Boy, are they wrong. As a plus-size woman, who is also African American, most people assume my traveling consists of beach selfies and mimosas by the bar on a well-known island. That’s cool but that’s not me. Take me rock climbing or spelunking and I’m happy! I no longer let things stop me and I owe most of that to my bucket list.

What was your most impressive Bucketlist experience?

I’ve had some great life experiences that weren’t bucket list items – like spending a month in beautiful Thailand with a volunteer program – but for the sake of this interview, I’ll stick to my bucket life experiences. It would be a tie between dogsledding through Teton National Park in Wyoming and hiking through Oneonta Gorge in Oregon. Most people I meet have never even thought of dogsledding nor have they heard of Oneonta Gorge so I love that I am able to educate them on possible new experiences.  

What are your plans when you have finished the 45 items on your bucketlist?

Hopefully, I’ll have a family by then and we can create our family bucket list. Maybe I’ll set up shop with my seven dogs (I don’t have any right now) and we can do a pet-friendly bucket list. Who knows? I don’t know what my situation will be once I complete this bucket list but I do know I’ll be creating a new one before starting my new bucket list adventures.

I like your category “beauty of my backyard”. Which places would you recommend the most in Columbia?

Living in Columbia, South Carolina can be a drag on the weekends so I typically entertain myself by finding things I can enjoy and share with others. I love street art and, surprisingly, Columbia has a variety of murals and paintings, especially in the downtown area. I was inspired to take my own street art tour in Columbia after stumbling upon the beautiful street artwork in San Francisco. We also have a national park so I often take a canoe tour through Congaree National Park in the summer.

What advice would you give someone who is starting a Bucketlist?

Go for it! You never know where your bucket list will take you! 

18 Gedanken zu „Interview mit Karina von Bucketlist Memoirs

  1. Ein sehr gelungenes und spannendes Interview! Mir gefällt vor allem das alle Bucketlist Punkte gleichwertig sind! Ich selbst habe bisher keine Bucketlist – vielleicht ändert sich das aber jetzt ;).

    Liebe Grüße,
    Rina

  2. Ich habe auch eine Bucketlist, allerdings nicht online, nur auf einem Blatt Papier das bald auseinander fällt 😅 Mein ersten Hacken durfte ich ans Fallschirmspringen machen, den letzten erst vor ein paar Tagen an das Reiseziel Aruba 🙂 so eine Bucketlist ist schon was tolles 😊

    Viele Grüße
    Isa von lustloszugehen

    1. Beim Fallschirm springen bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das überhaupt mal mache. Aber es steht auf der Liste 😀 Es muss ja auch kein Blog sein. Wichtig finde ich aber, dass man sich die Dinge, die man erleben möchte überhaupt mal definiert hat. Viel Erfolg bei deiner Liste 🙂

  3. Ich muss zugeben, ich wusste bis vor kurzen gar nicht, was eine Bucket Liste ist ^^“
    Ich habe erst auf deiner Seite erfahren, was das überhaupt ist und finde, dass es eine sehr interessante Methode ist, seine Träume und Ziele zu verfolgen.
    Und ich finde es toll, dass du auch andere Bucketlister (ist das Wort korrekt? xD) vorstellst. So kann man viele neue interessante Blogs kennen lernen 🙂

  4. Total spannend, tatsächlich sind mir Bucketlist Blogger ganz neu aber find ich ne super Idee!
    Interessant wo ihre Punkte sie so hingeführt haben, Hundeschlitten fahren fänd ich auch super aber eine Bucketliste würd eich glaub ich eher als Druck empfinden.

    LG Veronique

    1. Hallo Veronique, danke für deinen Kommentar 🙂 Das habe ich jetzt schon öfter gehört, dass einige eine Bucketlist als Druck empfinden. Für mich schafft es eher eine „Verbindlichkeit“ meine Wünsche und Träume auch umzusetzten. Seit ich meine Buckelist habe (etwas 6 Monate) habe ich sowohl erlebt wie in den 3 Jahren davor nicht. Ich habe mich sogar getraut zum Houserunning zu gehen :O Ich kann aber verstehen, dass es frustrieren könnte, wenn man sich die Liste anschaut und merkt, dass man nicht weiterkommt oder wie viel man noch nicht umgesetzt hat. Ich glaub da liegt es an jedem selbst, der Liste nicht so eine Bedeutung zuzumessen. Ich habe da gerade richtig Lust drauf und sehe meine Bucketliste eher als eine Art Reminder 🙂
      LG Denise

  5. Innerlich habe ich auch eine Bucketlist von Orten, die ich zu gern mal sehen würde, aber nie aufgeschrieben! Das Interview fand ich sehr interessant! Ich werde mal auf ihrem Blog vorbeischauen! Bin gespannt, was sie noch alles erlebt hat!

    Liebe Grüße
    Jana

    1. Sehe ich auch so 🙂 Für mich ist es auch keine to do-Liste in dem Sinne, dass ich irgendwelche Punkte abhaken „muss“. Vielmehr habe ich da richtig Lust und werde nur noch mehr motiviert, wenn ich wieder ein Häkchen setzten kann.

  6. Ich lese Interviews ja generell sehr gerne. Diese Lektüre habe ich aber besonders genossen. Wirklich ein toller Beitrag! Und eine sehr sympathische Frau!
    Liebe Grüße
    Julie

  7. Das ist ein richtig toller Beitrag! Ich finde es schade, dass man aufgrund der Hautfarbe mit so vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. Ich finde es sehr beeindruckend, wie glücklich sie wirkt und was sie geschafft hat.

    LG Steffi

  8. Coole Frau 😉 Aber zeigt, dass es jeder schaffen kann dem eigenen Leben eine andere Richtung zu geben. Wenn man aktiv an seinen Zielen arbeitet, schafft man es auch das Leben zu leben, was man sich immer gewünscht hat.

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